Juni-Aktion: Mein Speyerer Lieblingsbaum

Ein einziger ausgewachsener Baum kann bis zu 22 kg Kohlendioxid pro Jahr aufnehmen und gibt gleichzeitig genug Sauerstoff an die Atmosphäre ab, um zwei Menschen mit Frischluft zu unterstützen. Stadtbäume helfen aber auch, den Energieverbrauch im Sommer zu senken; das Pflanzen von 100 Millionen erwachsenen Bäumen in der Umgebung von Wohnhäusern in Nord- und Südamerika soll jährlich etwa zwei Milliarden US-Dollar an Energie einsparen. Bäume sind Lebensräume für Vögel und Insekten, filtern Schadstoffe aus der Luft, fungieren als natürliches Hochwasserreservoir. Und eine Studie aus den Niederlanden zeigt, dass jede 10 %ige Zunahme von Grünflächen in den Gemeinden gesundheitliche Beschwerden um fünf Jahre verschieben kann! Bäume helfen nachweislich, die Häufigkeit von Hautkrebs, Asthma, Bluthochdruck und stressbedingten Erkrankungen zu reduzieren.

Wir wollen für die Speyrer Stadtbäume eine Aktion ins Leben rufen, um auf sie aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für unsere schönen Mitbewohner zu stärken. Dazu rufen wir euch auf, uns euren #lieblingsbaum zu zeigen!

Postet im Juni 2022 ein Bild von eurem liebsten Stadtbaum in Speyer per Mail oder auf Instagram (mit dem Hashtag #lieblingsbaum).
Auslosung und Preisübergabe: 2. Juli
Hauptpreis: 50€ Kaufladen-Gutschein

Ihr habt den ganzen Juni über Zeit; danach prämieren wir die meistgenannten Bäume und verlosen unter allen Einsendungen einen Kaufladen-Gutschein im Wert von 50 Euro! Die Auslosung und Preisübergabe findet dann am 2. Juli im Rahmen eines kleinen Festaktes im Domgarten mit einem Konzert der Trommelgruppe Afabato statt.

Bist du dabei? Zeig uns deinen #Lieblingsbaum!

Bild von Arian R.

Hintergrund der Aktion

Bäume bereichern durch ihre Schönheit nicht nur das Stadtbild, sondern erfüllen viele wichtige Funktionen. Sie sind mehr als nur „Grünzeug“, sie sind in sich selbst ein Lebensraum und werten den Lebensraum unserer Stadt als Ganzes auf: Sie bieten Vögeln Schutz und Zuflucht, die wiederum mit ihrem Gesang die Menschen erfreuen. Sie bieten Nahrung für Insekten, die Futter für Vögel sind. Sie produzieren umso mehr Sauerstoff, je älter und größer sie sind. Sie kühlen ihre Umgebung und reduzieren damit die Hitze in der Stadt – nicht nur durch den Schatten, den sie werfen, sondern auch durch ihre Verdunstungskühle. Sie halten den Grundwasserpegel näher an der Erdoberfläche, vor allem wenn sie alt sind. 

Leider werden in Speyer immer wieder auch alte und große Bäume gefällt, um Baumaßnahmen durchzuführen. Selbst wenn diese Fällung beantragt und genehmigt ist, steht sehr in Frage, ob alternative Baumaßnahmen im Sinne einer Anpassung des Bauvorhabens an die vorhandene Baumbepflanzung überhaupt ausreichend geprüft wurden. 

Mit unserer Aktion möchten wir einerseits das Bewusstsein über den unschätzbaren Wert eines Baumes im Stadtgebiet stärken. Andererseits möchten wir mit der Kartierung der Baum-Standorte, die jedes Jahr erweitert werden soll, dafür sorgen, dass Bäume nicht mehr einfach so unbemerkt verschwinden. 

Beispiel:
Einer der schlimmsten Beispiele für Baumfällungen im Stadtgebiet ist die Fällung der Linde auf dem Volksbank-Parkplatz in der Oberen Langgasse 2021. Diese riesige Linde, die ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Insekten war, erfreute mit dem süßen Duft ihrer Blüten jedes Jahr im Frühsommer alle, die an ihr vorbeikamen. Sie war mindestens 30 Meter hoch und hielt dennoch Wind und Wetter stabil stand. Sie war der einzige Baum in diesem Gebiet, wo ansonsten alle Böden versiegelt und bebaut sind. Eines Tages war sie einfach weg. Die Volksbank baut dort jetzt ein Bürogebäude mit Parkdeck. Die Fällung war nach ihren Angaben genehmigt worden.

Dennoch bleibt folgende Frage unbeantwortet: Wurden wirklich alle Alternativen zur Baumfällung eingehend, gründlich und nachhaltig von einer neutralen Position aus geprüft? Wieso ließ sich das Gebäude nicht so bauen, dass der Baum stehen bleiben konnte? Der Parkplatz ist sehr groß und es bleibt immer noch genügend Fläche übrig, die bebaubar ist. Schließlich stand die Linde ganz am Rande des Parkplatzes und nicht in der Mitte. 

Leider konnten wir kein Foto dieses wunderschönen Baumes ausfindig machen und er war auch sonst nirgendwo verzeichnet, so dass die BürgerInnen etwas gegen die Fällung unternehmen können bzw. wenigstens im Nachhinein noch die Möglichkeit hatten, seiner zu gedenken.

Einer solchen Situation soll mit der Lieblingsbaum-Aktion vorgebeugt werden. Wenn erst einmal das Bewusstsein der Menschen in Speyer für die Bedeutung der Bäume im Stadtgebiet geweckt ist, werden sie hoffentlich nicht mehr einfach so zulassen, dass ein Baum gefällt wird. Und selbst wenn es passiert, wird es bemerkt werden, weil der Baumstandort festgehalten wurde. Dies soll auch dazu führen, dass Bauherr*innen es sich gründlich überlegen, ob es sich lohnt, einen Baum zu fällen und dafür schlechte Publicity zu ernten. Gleichzeitig soll honoriert werden, wenn schöne, große und alte Bäume im Stadtgebiet erhalten werden.